Großer Erfolg für das Team der Refugee Law Clinic in Ljubljana

07.01.2019

All-European International Humanitarian and Refugee Law Moot Court: Ein Moot Court der anderen Art.

In den letzten Jahren sind Moot Courts, zu Deutsch „Gerichte für fiktive Fälle“, vor denen simulierte Gerichtsverfahren zu einem fiktiven Fall von Studierenden verschiedener Universitäten gegeneinander im Wettbewerb verhandelt werden, zu einem must-have der Studierenden der Rechtswissenschaften avanciert. Durch die Teilnahme von Mag.a Laura Winninger und Andreas Wabro sowie deren Coach Mag.a Julia Kienast am All-European International Humanitarian Law and Refugee Law Moot Court in Ljubljana Ende November 2018 wurde die Vielfalt von Moot Courts, an denen sich Teams der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien beteiligen, erneut erweitert.

Der All-European International Humanitarian Law and Refugee Law Moot Court, der mit Unterstützung des Internationalen Kommittees des Roten Kreuzes und des UNHCR 2018 zum dritten Mal stattfand, ist jedoch nicht nur eine Erweiterung des Moot Court Spektrums im Hinblick auf die behandelten Themengebiete - humanitäres Völkerrecht, Asylrecht und internationales Strafrecht -, sondern auch im Hinblick auf die Methodik und den Ablauf. Während die Teilnehmer anderer Moot Courts den vollständigen Sachverhalt sowie die von ihnen vertretene Position Monate im Voraus kennen, zeichnet sich der All-European International Humanitarian Law and Refugee Law Moot Court dadurch aus, dass, je nach Runde, den Teilnehmer*innen erst 1 Stunde bzw. 30 Minuten vor ihrem Plädoyer ihre Position bekannt gegeben wird und zudem der Sachverhalt um neue, relevante Fakten erweitert wird. Dadurch müssen die Studierenden zusätzlich zu Rhetorik und fundierten Rechtskenntnissen auch ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, unter Zeitdruck überzeugende Argumente zu formulieren.

Der Sachverhalt der dritten Auflage des All-European International Humanitarian Law and Refugee Law Moot Courts, der im September veröffentlicht wurde, stand ganz im Zeichen aktueller technischer und politischer Entwicklungen und deren Gefahren. So mussten die Teilnehmer*innen mit der Jury über die Rechtmäßigkeit des Einsatzes autonomer Kampfroboter debattieren und das Für und Wider eines dem EU-Türkei Deal vergleichbaren Abkommens abwägen. Um das Verständnis für die realen Auswirkungen der im Sachverhalt behandelten Themengebiete zu vertiefen, wurden die Teilnehmenden vor Beginn des Moot Courts zu Podiumsdiskussionen mit Expert*innen geladen, die aktuelle Entwicklungen im humanitären Recht und Asylrecht behandelten.

Der Moot Court verlangt von seinen Teilnehmer*innen spontan auf Änderungen der Faktenlage zu reagieren und in Themengebieten, die höchst aktuell und in den Herkunftsländern der 17 teilnehmenden Teams zum Teil äußerst kontrovers sind, auch entgegen der eigenen Überzeugung stringent rechtlich zu argumentieren. Dies fordert die Fähigkeit der jungen Jurist*innen, faktenbasiert und sachlich zu arbeiten und fördert dabei das Vermögen der Teilnehmer*innen, Sachverhalte unabhängig und von allen Seiten zu betrachten. In diesem Sinne war die Teilnahme am All-European International Humanitarian Law and Refugee Law Moot Court eine nicht nur fachlich, sondern auch persönlich äußerst bereichernde Erfahrung, die Studierenden mit Interesse an öffentlichem Recht und Völkerrecht sehr ans Herz zu legen ist.

v.r.n.l.: Die Viertelfinalisten Andreas Wabro und Mag.a Laura Winninger mit ihrer Betreuerin Mag.a Julia Kienast